Sand und Seide
Zu den Kulturschätzen Usbekistans
Viele Jahrhunderte lang war die Große Seidenstraße die wichtigste und bedeutendste Verkehrsader und Handelsroute zwischen Orient und Okzident. Über 12.000 Kilometer erstreckte sie sich von China bis ans Mittelmeer. Aber nicht nur Seide, Gewürze, Porzellan und Wolle verbreiteten sich auf diese Weise in Asien und Europa. Auch so entscheidende Erfindungen wie Papier und Schwarzpulver wurden auf der Seidenstraße transportiert. Außerdem war sie für die Verbreitung von Wissenschaften, Künsten und Religionen von großer Bedeutung. Entlang dieser Handelsroute entstanden in Usbekistan die prächtigen Städte Chiwa, Buchara und Samarkand. Bis zum heutigen Tag spürt der Besucher, welch gewaltige Bedeutung sie einst als Knotenpunkte der Macht, des Handels und des Wohlstands besaßen. Die Märchen aus 1001 Nacht werden hier wieder lebendig. Die berühmt-berüchtigten Herrscher Alexander der Große, Dschingis Khan und Tamerlan sowie der venezianische Händler Marco Polo haben hier ihre Spuren hinterlassen und die Geschichte dieser Region wesentlich geprägt. Orientalische Prachtbauten, wunderschöne Medresen, die blauen Kuppeln der Moscheen, farbenfrohe Basarszenen sowie die freundlichen und aufgeschlossenen Menschen Usbekistans sorgen für ein unvergessliches Reiseerlebnis.
1. Tag Anreise nach Taschkent
Mit der Bahn geht es zunächst nach Frankfurt, von wo aus der Flug nach Taschkent erfolgt. Nach einer Flugzeit von etwa sechs Stunden und der Landung in der usbekischen Hauptstadt führt der Weg direkt ins Hotel.
2. Tag Taschkent – Urgentsch – Chiwa
Als Bindeglied zwischen Europa und Asien ist Usbekistan auch heute noch das Tor zu Zentralasien und die Hauptstadt Taschkent eines der bedeutendsten Handelszentren der Region. Taschkent hat sich längst zu einer modernen Metropole entwickelt, trotzdem zeigen sich noch immer reizvolle Kontraste zwischen moderner und traditioneller Architektur im Stadtbild. Eine Station der Stadtbesichtigung ist unter anderem die im 16. Jahrhundert errichtete Medrese Kukeldash. Im Islam dienen Medresen als religiöse Lehranstalten. Nach der Tour steht ein Bummel über den traditionellen Chorsu-Basar in der Altstadt an. Hier werden exotische Gemüse und farbenprächtige Süßigkeiten sowie eine Vielzahl an Gewürzen angeboten, alles wunderschön und kunstvoll präsentiert. Gegen Abend erfolgen dann der Flug von Taschkent nach Urgentsch und die Weiterfahrt ins 30 Kilometer entfernt gelegene Chiwa.
3. Tag Chiwa
Ende des 16. Jahrhunderts war Chiwa die Hauptstadt der Oase Choresm am Rande der Karakum-Wüste. Auf ihrem langen Weg zwischen Westen und Osten legten die Karawanen hier ihre Rast ein. Bis heute scheint die Zeit in Chiwa stehen geblieben zu sein. Unzählige Bauwerke aus der Blütezeit der Oase wie Minarette, Moscheen, Paläste und mit Majolika-Keramik geschmückte Mausoleen gibt es hier zu entdecken. Vor allem die Juma-Moschee mit ihren 218 geschnitzten Holzsäulen aus verschiedenen Epochen ist eine große Attraktion. Besonders interessant sind auch die gestutzten Minarette, die auch als Leuchttürme der Wüste bezeichnet werden. Chiwa gilt als die zentralasiatische Stadt mit den meisten Minaretten. Eine Folklore-Darbietung gibt in der Stadt einen Einblick in die traditionelle Kultur, die in Chiwa noch immer besonders verankert ist.
4. Tag Chiwa – Kisilkum – Buchara
Von Chiwa geht es mit dem Bus etwa 480 Kilometer (Fahrzeit circa 10 bis 11 Stunden) durch die weite Wüsten- und Steppenlandschaft der Kisilkum, deren zum Teil bizarre Dünenlandschaft ein ganz besonderer Anblick ist. Ihr Name bedeutet so viel wie „Roter Sand“, und in dem alten ausgetrockneten Seebecken finden sich heute zahlreiche Fossilien. Zum Mittagessen wird unterwegs auf einem Rastplatz eine Lunchbox gereicht. Gegen Abend trifft der Reisebus in Buchara ein – der Stadt, die den Beinamen „die Edle“ trägt. Seit jeher waren die Besucher von der Schönheit dieser Metropole tief beeindruckt. Schon Dschingis Khan soll im Jahr 1220 beim Anblick des märchenhaften Bucharas ausgerufen haben: „Vor nichts und niemandem habe ich bisher meinen Rücken gebeugt – dieses Minarett hat mich als Erstes dazu gezwungen. Rührt es nicht an!“
5. Tag Buchara
Der heutige Tag ist voll und ganz der sogenannten Perle Zentralasiens gewidmet. Auf einem Rundgang durch die Altstadt, die einem riesigen Freiluftmuseum gleicht, wandeln Sie auf den Spuren der Vergangenheit. Buchara zählt mehr als 140 Architekturdenkmäler. Die Stadt ist eine wahre Schatzkammer. Die Kaljan-Moschee, das Samaniden-Mausoleum, die Moschee Chor Minor, die Ark-Zitadelle sowie die Medresen von Ulugbek und Abdulasis sind nur einige der Stationen der Stadterkundung. Auch der Labi-Hauz-Komplex steht auf dem Programm. Jenes Wasserbecken bildet das Zentrum und diente einst zur Wasserversorgung der Stadt. Ein Besuch auf dem Basar, wo die vielfältigen Waren und das orientalische Handeln von uralten Traditionen zeugen, darf nicht fehlen. Vor dem Abendessen erwartet Sie eine folkloristische Darbietung im orientalischen Ambiente der ehemaligen Medrese Nadir Diwan-Begi.
6. Tag Buchara
Am Vormittag wird die ehemalige Sommerresidenz des letzten Emirs von Buchara besucht: der in mehreren Dekaden des 19. und 20. Jahrhunderts erbaute Sitorai Mokhi-Khosa Palast. Auffällig ist die facettenreiche und unterschiedlichen Motiven folgende Dekoration der prunkvollen Räume, in denen zahlreiche Kunstgegenstände aus Buchara sowie Geschenke, die die hier residierenden Emire einst von Botschaftern anderer Länder erhielten, zu sehen sind. Bekannt ist der Palast auch für seinen prachtvollen Garten, in dem unter anderem Pfaue gehalten werden. Im hinteren Teil der Grünanlage befinden sich zudem ein kleiner Pavillon sowie der ehemalige Harem, in dem historische Gewänder und Exponate des Kunsthandwerks ausgestellt werden. Im Anschluss daran wird der Naqschbandi-Komplex mit Mausoleum und Moschee besichtigt, der zu den wichtigsten Pilgerzielen der Muslime Zentralasiens gehört. Im Mausoleum befindet sich das Grab von Baha-ud-Din Naqschband, der im 14. Jahrhundert den nach ihm benannten Naqschbandi-Orden gründete. Diese bedeutende muslimische Glaubensgruppe vertritt die Lehre des Sufismus, in der unter anderem Askese und Spiritualität einen besonderen Stellenwert haben. Abschließend besuchen Sie den Pilgerort Tschor Bakr, wo sich die Gräber des Imams Sayyid Abu Bakr und seiner drei Brüder befinden. Zusammen sind sie die vier Bakrs, was übersetzt Tschor Bakr heißt. Alle vier waren Nachkommen des muslimischen Propheten Mohammed. Kleine Mausoleen, eine Medrese, eine Moschee und eine Pilgerherberge zeugen von der religiösen Bedeutung Tschor Bakr für den Islam.
7. Tag Buchara – Samarkand
Eine Tagesetappe von etwa 250 Kilometern (Fahrzeit circa 3 bis 4 Stunden) steht heute bevor. Unterwegs werden die Überreste der Karawanserei Rabat-i Malik besichtigt. Erhalten geblieben sind das Portal aus dem 11. und 12. Jahrhundert sowie ein großer Wasserspeicher, der durch einen unterirdischen Kanal gespeist wurde und heutzutage ein Beispiel damaliger Ingenieurskunst darstellt. Bereits im 10. Jahrhundert entstanden in Zentralasien entlang der Seidenstraße eine ganze Reihe solcher Kawasanereien, die Durchreisenden mit ihren Tieren und Handelswaren eine sichere Unterkunft für die Nacht boten. Zugleich entwickelten sie sich auch zu bedeutenden Handelszentren. Auf der alten Seidenstraße geht es danach weiter nach Samarkand. Der Besuch der berühmtesten Stadt Zentralasiens, die seit über 2.500 Jahren existiert, ist einer der Höhepunkte der Reise. Schließlich gehört Samarkand zu den ältesten Städten und Kulturzentren der Welt. Eine Perle orientalischer Kultur ist der Registan, ein Sandplatz, eingerahmt von den drei Medresen Ulugbek, Sherdor und Tillarkori. Er ist indes das bekannteste Symbol Usbekistans und gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Sehenswert sind auch das Gur-Emir-Mausoleum, die Grabstätte Tamerlans sowie die Ruinen der Bibi-Hanim-Moschee, die im Mittelalter eine der größten Moscheen des Orients war. Einer Legende nach soll sie zu Ehren der Lieblingsfrau von Tamerlan errichtet worden sein. Zum Abschluss des Tages ist noch eine exquisite Weinprobe vorgesehen. Schließlich ist Samarkand berühmt für seine ausgezeichneten Weine.
8. Tag Samarkand – Schah-i-Sinda
Nach dem Frühstück wird in Samarkand das Afrosiab Museum besucht. Anschließend steht die Besichtigung der Nekropole Schah-i-Sinda auf dem Programm. Aufgrund des märchenhaften Dekors könnte man diese großzügig angelegte Begräbnisstätte – ein Komplex aus 16 Gebäuden, Mausoleen und Moscheen – auch als Freilichtmuseum für Majolika-Keramiken bezeichnen. Jene Fassadenelemente aus gebranntem Ton oder Steingut werden mit einer weißen Zinnglasur versehen und anschließend bunt bemalt. Schon Jahrhunderte bevor sie Einzug in die mitteleuropäische Handwerkskunst hielt, wurde diese traditionelle Art der Keramikverarbeitung in Usbekistan gepflegt. Nach der Besichtigung der beeindruckenden Grabstätten wird das Mittagessen im Hotel serviert. Der Nachmittag steht für eigene Erkundungen zur Verfügung. Das Abendessen wird traditionell in einem usbekischen Familienrestaurant serviert. Die usbekische Küche verbindet verschiedenste Einflüsse. So vereinen sich in ihr orientalische und russische Elemente mit kulinarischen Traditionen anderer turksprachiger Länder.
9. Tag Samarkand – Taschkent
Mit dem Bus geht es heute zurück in das 330 Kilometer (Fahrzeit circa 6 Stunden) entfernt gelegene Taschkent. In der usbekischen Hauptstadt führt die Tour unter anderem zum Amir Temur Platz, zum Navoi Opern- und Ballett-Theater und zum Museum für angewandte Kunst. Auch eine kurze Fahrt mit der Taschkenter Metro ist vorgesehen. Bekannt ist die hiesige Untergrundbahn vor allem für ihre wunderschön gestalteten Stationen. Danach wird eine Töpferei besucht, wo Keramikfliesen gefertigt werden. Beim gemeinsamen Abschiedsabendessen lassen sich die mannigfaltigen Eindrücke dieser Reise noch einmal Revue passieren.
10. Tag Abreise von Taschkent
Die Reise endet mit dem Rückflug von Tschkent nach Frankfurt. Nach der Landung geht es von dort mit der Bahn weiter zu Ihrem Ausgangsort.
Kurzfristige Änderungen vorbehalten.
Ihre Hotels während der Rundreise
Die Unterbringung erfolgt in den genannten Hotels oder in ähnlichen Häusern, die der guten europäischen Mittelklasse entsprechen.
Taschkent – 2 Übernachtungen
4-Sterne-Hotel Tashkent Palace
Chiwa – 2 Übernachtungen
3-Sterne-Hotel Asia Chiwa
Buchara – 2 Übernachtungen
3-Sterne-Hotel Sasha and Son
Samarkand – 3 Übernachtungen
4-Sterne-Hotel Grand Samarkand
Hoteländerungen vorbehalten.
Eingeschlossene Leistungen
- Bahnfahrt 2. Klasse von München oder Stuttgart oder Köln nach Frankfurt und zurück
- Flug mit Uzbekistan Airways von Frankfurt nach Taschkent und zurück
- Inlandsflug mit Uzbekistan Airways von Taschkent nach Urgentsch
- Alle zurzeit gültigen Flughafensteuern und Gebühren
- 9 Übernachtungen in den genannten Hotels beziehungsweise in Hotels der vergleichbaren Kategorie (entspricht der guten europäischen Mittelklasse)
- Vollpension vom 2. bis 9. Tag
- Rundreise laut Reiseverlauf
- Alle Ausflüge und Besichtigungen inklusive Eintrittsgeldern laut Reiseverlauf
- Visagebühren für ein Gruppenvisum
- Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort
Nicht eingeschlossene Leistungen
- Zusätzliche Mahlzeiten und Getränke
- Persönliche Ausgaben
- Trinkgelder
- Reiseversicherungen
Kerosinzuschläge
Bitte beachten Sie, dass die in dieser Ausschreibung genannten Preise dem aktuellen Stand entsprechen. Anpassungen der Reisepreise sind nicht auszuschließen. Selbstverständlich halten wir Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden.
Reisedokumente
Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Usbekistan einen noch mindestens 3 Monate über das Reisedatum hinaus gültigen Reisepass sowie ein Gruppenvisum, welches wir rechtzeitig für Sie besorgen.
Impfungen
Impfungen sind zurzeit für einen Besuch in Usbekistan nicht vorgeschrieben. Empfehlenswert ist aber der sogenannte Standard-Schutz, etwa gegen Tetanus, Diphterie und Polio sowie gegebenenfalls gegen Hepatitis.
Information zur Fluggesellschaft
Uzbekistan Airways wurde 1991 gegründet. Die Airline setzt auf den internationalen Strecken westliche Maschinen von Boeing oder Airbus ein. Die Flugzeuge werden nach den international vorgeschriebenen Richtlinien größtenteils in Deutschland gewartet.
Versicherungen
In Ihrem Reisepreis sind keine Versicherungen eingeschlossen. Wir raten dringend zum Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung beziehungsweise zum Abschluss eines Versicherungspaketes. Ein Angebot der Europäischen Reiseversicherung erhalten Sie mit Ihrer Reisebestätigung.
Mindestteilnehmerzahl
20 Personen
Ein Wort in eigener Sache
Die schönsten Medresen, Mausoleen und Sehenswürdigkeiten in den historischen Orten sind oftmals nur zu Fuß auf grobem Pflaster zu erreichen. Der Untergrund kann zudem uneben sein und viele Stufen haben.
Bitte beachten Sie
Wir empfehlen Ihnen, sich frühzeitig für diese Reise telefonisch vormerken zu lassen. Danach übersenden Sie uns das Ihnen vorliegende Anmeldeformular, vollständig ausgefüllt und unterschrieben, zurück.
Mit der Bestätigung erhalten Sie unsere Anzahlungsrechnung über 25 Prozent des Reisepreises pro Person. Die Restzahlung ist bis 4 Wochen vor Abreise fällig. Nach Bezahlung des Restbetrages senden wir Ihnen circa 8 – 10 Tage vor Reisebeginn die Reiseunterlagen per Post zu. Die genannten Preise und Leistungen entsprechen dem Stand bei Drucklegung (Oktober 2012). Änderungen der Leistungen und Preise bleiben vorbehalten.
Für diese Reise gelten die Allgemeinen Reisebedingungen (ARB) des Reiseveranstalters TUI Leisure Travel Special Tours GmbH, Wachtstraße 17–24, 28195 Bremen. Bis 2 Wochen vor Reiseantritt kann diese Reise bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl oder aus sonstigen, vom Veranstalter nicht zu vertretenden Gründen abgesagt werden. Die eingezahlten Beträge werden voll erstattet. Ein weitergehender Anspruch ist ausgeschlossen.